Saucony Peregrine 4/5

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Laufschuhtest

Kategorie: Trailrunning
Marke: Saucony
Modell: Peregrine 4/5

Gewicht Gr.46,5: 650g/Paar
Sprengung: 4mm

Das Schuhmodell, mit dem ich zweifelsohne die meisten Kilometer und Höhenmeter im Gelände gefressen habe.
Da ich eher etwas schmalere Füße habe, habe ich selten Probleme mit der breite der Leisten, sondern eher mit der Anpassbarkeit und Schnürung im Vorfußbereich.
Beim Peregrine ist eine ordentliche Schnürung problemlos möglich und die etwas dicker gestaltete Zunge verhindert ein Einschneiden der Schnürsenkel im Spannbereich.
Der Fersenhalt ist sehr gut und auch das Material ist an dieser Stelle nicht zu hoch gezogen, was bei Problemen am Achillessehnenansatz oft zu Problemen führt.

Die Passform ist also für mich also schon einmal hervorragend, nun bleibt zu sehen, wie sich der Schuh im Gelände verhält.
Die Sohle macht durch die zackige Struktur einen sehr aggressiven Eindruck, welche an den Aussenenden leider öfter zu schmerzhaftem Kontakt mit dem gegenüberliegenden Knöchel führt.
Unter der Außensohle sind im Vor- und Mittelfußbereich sogenannte „Rockplates“ angebracht, welche ein Durchdrücken von spitzen Steinen und Wurzeln verhindern sollen und diese Aufgabe auch ordentlich erfüllen.
Die Dämpfung ist für einen leichten und eher minimalistischen Schuh absolut ausreichend und verleiht trotz Langstreckentauglichkeit kein indirektes und schwammiges Gefühl.

Genug der Lobjubelei, leider hat dieser Schuh auch seine kleinen Schattenseiten, welche hier natürlich nicht unbemerkt bleiben.

Erstes Manko wäre der schlechte Grip auf nassem Stein und nassen Wurzeln.
Ok, brillieren können hier selten Schuhe, jedoch gleicht bei nassen Bedingungen ein Lauf auf Steinen schon sehr dem Tanz auf dem Vulkan. Hinzu kommt der extrem schlechte Halt im Mittelfuß, wo die gegenläufigen Profile von Vorfuß und Hacke eine etwa 4cm große Aussparung bilden, welche quasi profillos ist. Trifft man hiermit eine Steinspitze oder eine Wurzel ist absolute Reaktionsfreudigkeit gefragt.

Ein zweiter Kritikpunkt ist, wie oben bereits erwähnt, der Rand der Außensohle. Dieser führt das aggressive Profil bis nach Außen fort und sorgt so des öfteren für unerfreulich schmerzhaften Kontakt mit dem jeweils gegenüberliegenden Knöchel. Bei steilen Querungen auf nassen Wiesen oder Matsch ist dies ein Vorteil, da man die Seiten gut ins Gelände stemmen kann, jedoch habe ich auch so ziemlich alle Kompressionssocken an dieser Stelle bis zur Haut und weiter durchgescheuert.

Last but not least wäre noch das Mesh-Gewebe im Vorfußbereich zu bemängeln, welches an der Knickfalte ziemlich schnell das zeitliche segnet. In meinem Fall hat jedes Modell, egal ob 4 oder 5, hier nach spätestens 400km die ersten Risse.

Fazit:
Ein relativ leichter und direkter Schuh, der auf Waldboden, Schotter und Matsch einen guten Abdruck hinterlässt. Wer einen Allrounder für Distanzen von 5-50km und nahezu jedem Untergrund sucht, wird mit leichten Abstrichen in Sachen Grip bei Nässe und Materialverschleiß im Mesh-Gewebe hier absolut zufrieden sein.

 

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