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Ich bin Jochen, 38 Jahre alt und bin dem Laufen eigentlich noch gar nicht so lange verfallen.

Für mich war diese Art der Fortbewegung allenfalls ein Ausgleich oder eine Erweiterung zum bisherigen Training.
Den Sport den ich eigentlich am längsten und konstantesten betrieben habe, war Krafttraining im Fitnessstudio. Ich war begeistert von Filmen wie „Conan der Barbar“, „Herkules“ oder „Rambo“ und verschlang die Hochglanzmagazine wie „Flex“ oder „Muscle & Fitness“.
Trotz teilweise fleißigem Training blieben die großen Erfolge aus. Ich war noch nicht ganz aufgeklärt, dass die dicken Jungs im Studio nicht nur durch Magerquark und Haferflocken so stattliche Erscheinungen wurden. Außerdem lies mein Lebenswandel und meine Ernährung in den frühen 20ern eher zu wünschen übrig. Wochenende war eher Party mit viel Alkohol angesagt und Rauchen gehörte obendrein noch zu meinen Lieblingsbeschäftigungen.

Ein richtiger Schnitt kam, als ich mit 33 aufgehört habe zu rauchen und mir ein Mountainbike zulegte.
Ich erkundete die wunderschöne Natur vor meiner Haustüre mitten im Bayerischen Wald und begann es zu lieben längere Ausfahrten zu machen und ausdauertechnisch auch mal meine Grenzen auszuloten. Im darauffolgenden Winter schaffte ich mir mit einem Kumpel dann noch eine Skitourenausrüstung an und das ebnete schließlich den Weg für einen zaghaften Beginn meiner Laufkarriere.

Zwischenzeitlich kam noch eine weitere Leidenschaft hinzu. Ich begann mit Rucksack, Zelt und Schlafsack bewaffnet längere Strecken zurückzulegen und in der Natur zu biwakieren.
Dies weitete ich schnell ins Gebirge aus, und merkte, dass ich lange Touren mit Gepäck ziemlich schnell bewältigen kann. Zu dieser Zeit begann auch das „Trailrunning“ so richtig zu boomen und in meiner Heimatstadt wurde zu ersten mal ein Berglauf mit 600hm auf 7km Strecke ausgetragen.
Da das Laufen auf Ebener Strecke eher ein langweiliger Graus war, versuchte ich mich gleich mal im Gelände und war ziemlich ernüchtert, als ich feststellte, dass „bergauf“ laufen doch nicht so einfach war. Ich begann also erst mal die steilen Passagen schnell gehend mit Stöcken zu bewältigen und an den flacheren Stellen zu laufen. Mit dieser Methode konnte ich mich relativ schnell steigern und die gegangenen Abschnitte wurden Woche für Woche kürzer.

Ich hatte sofort Blut geleckt und mir machte das Laufen im Gelände richtig Spaß. Ich war fest entschlossen bei dem ersten Heim-Rennen teilzunehmen, jedoch durchkreuzte ein Sturz mit dem Mountainbike meine Pläne für ein Wettkampfdebüt. Aber das nächste Jahr sollte kommen und somit auch die erste Teilnahme an einem Laufwettkampf überhaupt. Die Vorbereitung fand fast nur im Gelände statt und Worte wie „Intervalltraining“ oder „Tempodauerläufe“ gehörten noch nicht zu meinem Wortschatz.
Trotzdem konnte ich eine ziemlich gute Zeit erzielen und sah zum ersten mal realistisch, dass mein Potential in dieser von mir zuvor verschmähten Sportart eventuell größer war als gedacht. Nach diesem ersten Wettkampf begann ich mich intensiv mit dem Lauftraining auseinanderzusetzen und auch meine Ernährung etwas zu optimieren. Als Fitness- und Ernährungstrainer konnte ich zumindest auf ein solides Fundament, was Trainings- und Ernährungsplanung angeht, zurückgreifen und fand ziemlich schnell einen Weg, der für mich gut funktionierte. Die ersten Erfolge ließen nicht allzu lange auf sich warten und die Bestzeiten fingen an kontinuierlich zu purzeln.

Im Folgenden könnt Ihr also etwas mehr über meine Trainingsphilosophie erfahren und an meinen Erfolgen und sicher auch Misserfolgen teilhaben und eventuell auch noch etwas lernen.