La Sportiva Helios 2.0

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Laufschuhtest

Kategorie: Trailrunning
Marke: La Sportiva
Modell: Helios 2.0

Gewicht Gr.46,5: 520g/Paar
Sprengung: 4mm

Der Name dieses Modells hat in mir anscheinend die Assoziation einer Wolke oder zumindest etwas luftig-leichtem hervorgerufen und so habe ich mir, da ich auf der Suche nach einem etwas bequemeren Trailschuh war, welcher auch mal längere Asphaltpassagen abkann, kurzerhand den italienischen Treter bestellt.

Beim Auspacken fällt natürlich sofort das geringe Gewicht auf, welches den Gesamteindruck eines Hauchs von Nichts, nur noch mehr unterstreicht.
Beim anprobieren hatte ich etwas bedenken, da manche Bergschuh-Modelle der Italiener sogar für meinen eher schmalen Fuß noch zu eng geschustert waren.
Doch meine Zweifel waren unberechtigt und so stellte sich ab der ersten Sekunde ein „passt wie Arsch auf Eimer“ Gefühl ein. Die Quick-Lace-Schnürung des Schuhs funktioniert schnell und unkompliziert. Ein individuelles Anpassen an den Fuß ist kein Problem und auch der arretierte des Senkel hält, bis man den Schuh wieder ausziehen muss und was übersteht, muss leider etwas fummelig geschlauft werden, da eine Tasche zum Verstauen des Schnürsekels fehlt.

Ein weiteres Merkmal, welches sofort ins Auge sticht, ist die wellig geformte und mit viel Dämpfung versehene Zwischensohle. Um Material und somit Gewicht zu sparen, sind wie bei einer Wabe großzügige Aussparungen in der Zwischensohle, welche bei großen Kieseln oder Steinspitzen leider sehr leicht und schmerzhaft durchgedrückt werden.

Beim Loslaufen auf festem Untergrund stellt sich sofort das suggerierte schweben auf Wolken ein. In Sachen Komfort und Alltagstauglichkeit macht diesen Tretern so schnell keiner was vor. Leider wird dieser etwas überschwängliche erste Eindruck auf dem Trail sehr bald getrübt.
Auf nassem Untergrund hat der Helios2.0 einen erstaunlich guten Grip, sogar Steine und Wurzeln werden bis zu einem bestimmten Grad toleriert und nicht gleich zur waghalsigen Rutschbahn.
Wie der Hersteller schon selbst das Einsatzgebiet etwas einschränkt, kann ich nur zustimmen, dass Matsch, tiefer loser Untergrund und Schnee definitiv nicht zu dem bevorzugten Terrain des Helios gehören, da die Sohlen-Konstruktion trotz der großen Freiräume einfach zu wenig Profil auf der Außensohle aufweist.
Da das Prachtstück auch bei Schotter und bei felsigem Untergrund nicht hundertprozentig punkten kann, da wie bereits beschrieben lose Steine und Spitzige Gegenstände einfach durch die Sohle drücken.
Somit ist das Einsatzgebiet dieses Schuhs doch schon arg begrenzt und verdient den Namen „Trailschuh“ nur bedingt.

Fazit:
Wer einen sehr leichten, bequemen und alltagstauglichen Schuh sucht, mit dem Geländespaß auf trockenen Wiesen und Waldwegen und eventuell planen Felspassagen möglich ist, der sollte hier bedingungslos zugreifen.
Gehen und Laufen wie auf Wolken jedoch hüte man sich vor losem Gestein, welches schnell den weg hindurch zur Fußsohle findet.

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