Geißkopf Run 2017 – Nach dem Rennen ist vor dem Rennen

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Nachdem ich nach der Mountain-Attack also mit einem befriedigendem Gefühl und einem „Schachtelwirt-Menü“ im Bauch, um 2:30 Uhr früh wieder zu Hause aufgeschlagen bin, machte ich mich nach etwas Schlaf und einem ausgiebigen Frühstück erst mal auf zum Hohenbogen, um mir die Beine etwas zu vertreten.
Ich schlürfe also so im Gemütlichkeits-Modus vor mich hin und treffe, auf der letzten meiner lockeren drei Runden noch zwei bekannte Gesichter aus Regensburg, denen ich noch den Tipp gebe, dass am Abend der „Geißkopf-Run“ in Bischofsmais stattfindet.
Ein kurzes Aufstiegsrennen am besagten Tierschädl, wo ich die Strecke allerdings auch nicht kenne. Die beiden sind wenig begeistert, aber für mich steht in diesem Moment fest, dass ich der Einladung vom Bayronman e.V. wohl nachkommen werde und die knapp 20min irgendwie noch hinbekomme.

Also kurz mit Helga und Helmut Kontakt aufgenommen und eine Mitfahrgelegenheit ab Viechtach organisiert.
Komplettiert wird die Runde durch Doris und Mich und am Geißkopf warten noch Stephanie und Herbert um die blau-weiß gerautete Flagge des BAYRONMAN e.V gebührend hochzuhalten.

Nach dem üblichen Nachmelde-Prozedere geht es erst mal daran, die Strecke zu besichtigen, damit ich zumindest in etwa weiß, worauf ich mich hier wieder eingelassen habe. Es geht also vom Skiverleih auf die Piste, zum steilen Schlepplift, in dessen Schneise, die angeblich effizienteste Route zum Kontrollpunkt führt. Schnell stelle ich allerdings fest, dass für mich als Ski-Runner der Untergrund wohl etwas zu uneben ist und die tiefen Fußabdrücke ein Halten der Felle nahezu unmöglich macht. Da der Weg zum Kontrollpunkt frei wählbar ist, kommt eigentlich nur die Piste links der Liftschneise in Frage, die durch einen großzügigen Bogen zwar knapp 300m länger ist, jedoch gut präpariert scheint und somit meine Wahl wird.

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Wir laufen uns also noch etwas warm, treffen viele bekannte Gesichter, die auch an diversen Laufveranstaltungen in und um den Wald teilnehmen und machen uns schließlich auf, in renntaugliche Outfits zu schlüpfen. Da es ziemlich kühl geworden ist, fühlt sich der „Strampler“ wieder äußerst ungemütlich an und es gilt, so gut es geht in Bewegung zu bleiben, bist das etwas langwierige Aufrufen der Startnummern(wieso auch immer) abgeschlossen ist und die letzten Sekunden bis zum Knall herabgezählt werden.
Wie immer verpenne ich den Start etwas und ich muss im Laufschritt zusehen, dass ich mir und auch sonst niemand auf meine Ski tritt.
Zwei Läufer mit Langlaufskier gehen gleich ein ordentliches Tempo und auch normale Läufer ziehen ziemlich schnell davon.
Ich ordne mich im vorderen Drittel ein und versuche Ruhe zu bewahren. Als nach den ersten gut 500m die komplette Mannschaft rechts zum Schlepplift rennt, beginnt für mich der einsame Kampf gegen den ansteigenden Laktatpegel. Ich setze meinen eben gefassten Plan in die Tat um und steige links auf der Piste auf. Ich stiere verkrampft aber entschlossen in den Boden, da ich nicht sehen will, wie viel Strecke ich noch vor mir habe.
Ich laufe bereits nach den ersten fünf Minuten knapp unterm Begrenzer, aber irgendwie macht der leichte Schmerz und der metallene Geschmack im Mund gerade richtig Laune. Ich habe niemanden an dem ich mich orientieren kann und mit dem ich mir einen Kampf liefern kann, aber anscheinend bin ich mir in diesem Moment Gegner genug, um an meine Grenze zu gehen.
Im Hinterkopf, habe ich die Streckenerklärung von Helmut, der mir noch sagte dass ich immer den Waldrand entlang laufen müsse, dann oben am Kontrollpunkt zu wenden habe und nach kurzer Abfahrt ja die Abzweigung zum Gleitstück nicht verpassen dürfe. Ich habe ein etwas ungutes Gefühl, kann mich aber eigentlich nicht verlaufen, da die Piste ja unweigerlich auf die Liftschneise treffen muss. Nach gut 12 Minuten, des verkrampften nach Luft japsens, sehe ich den Lichtkegel einer Stirnlampe vor mir und ich kratze noch das letzte Quäntchen Saft aus meinen Oberschenkeln. Ich sehe den Lift und ein paar Streckenposten, die ich frage ob ich hier wenden müsse. Dies wird mit einem „JA“ quittiert und mir wird noch hinterhergeschrien „hey, du bist fei Zwoada“.
Damit habe ich nun echt nicht gerechnet und da ich den Ersten sogar noch vor mir erkennen kann, wie er den Abstieg in Angfiff nimmt, werde ich etwas übermütig und verriegele weder die Bindung, noch den Schuh. Das wird dann doch etwas wackelig und so muss ich mich nach 200m Abfahrt erst mal an den Rand legen und ungewollt im Schnee gewälzt pausieren. Schnell wieder aufrappeln und etwas vorsichtiger weiter abfahren. Wenn ich den später Zweitplatzierten nicht noch im Augenwinkel gesehen hätte, wie er in einen kleinen Waldweg rechts einbiegt, hätte ich den von Helmut ermahnten Abzweig tatsächlich verpasst. Jetzt gilt es also mit Fellen an den Skiern in etwas wie einen klassischen Langlauf-Stil zu verfallen und so gut es geht zu gleiten. Der Läufer vor mir hat es etwas schwerer, da er ziemlich tief einsinkt, jedoch kann ich von hinten bereits das Geräusch eines Langläufers wahrnehmen, welcher mich kurz darauf, auf seinem Parade-Teilstück überholt.
Zum Läufer kann ich jedoch noch aufschließen und Ihn in den letzten Spitzkehren sogar überholen. Womit ich nicht gerechnet habe, war allerdings der Konter, welchen er mit einem Sprint auf Luftlinie erfolgreich durchzieht und mich somit vorm Zielspalier noch knapp auf den Dritten Platz verweist. Ich kann an dem Tag saugut damit leben und bin selber überrascht, was ich noch aus mir raus holen konnte, nach den Strapazen des letzten Tages.
Nun gilt es den Rest der Bayronman-Bande noch gebührend im Ziel zu empfangen, welche allesamt eine Top-Vorstellung abgeliefert haben. Nach Lauf bzw. Fahrt zurück zum Startpunkt ziehen wir uns schnell trockene Klamotten an und gehen bei der Siegerehrung zum gemütlichen Teil des Abends über.

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Das Weißbier fliest in Strömen und die Currywürste fliegen nur so durch den Raum. Ein gelungener Abend und eine morts Gaudi mit einer geilen Truppe.
Danke Doris, Helga, Stephanie, Helmut, Herbert und Mich für den Abend und auf zu weiteren Schandtaten.

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