Dream big, race bigger?

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Als ambitionierter Läufer auf langen Distanzen, macht man sich ja gerne und viel Gedanken über Training, Ernährung, Equipment und Psyche.
Schon alleine dem Fakt geschuldet, dass man auf langen Trainingsrunden viel Zeit nachzudenken hat, kann man da schon mal etwas tiefer in diese Themen einsteigen.

Die Psyche spielt bei solchen Rennen oder privaten Projekten oft gar eine übergeordnete Rolle. Da die Stimmung und Motivation eigentlich nie auf einem stabilen Level bleibt, sondern eher ein stetes auf und ab – ein Abwechseln von Hochs und Tiefs darstellt, ist es eine essentielle Fähigkeit, an das nächste Hoch zu glauben und die Tiefs eben auszuhalten.
Manche Athleten lenken sich gerne ab, indem sie mit anderen Läufern oder Wanderern auf der Strecke reden, scherzen oder lachen.
Andere sind eher introvertiert und machen diese Wellen der Emotionen eher mit sich selber aus oder wenden eigene Motivatiosmethoden an, um ein stabiles Gemüt beizubehalten.
Ich habe festgestellt, dass ich eher zur Wehleidigkeit neige, je mehr ich meine Leiden und Wehwehchen mit mir selber ausmache und es nicht schaffe, mich irgendwie abzulenken.
Ich komme teilweise gut mit Tricks klar, einfach alle paar km laut zu lachen, oder an ein bereitgelegtes schönes oder wohltuendes Szenario zu denken. Auch der Gedanke an den bevorstehenden Zieleinlauf hilft oft, oder das Einwirken von schöner Umgebung, welche in den Bergen ja oft vorhanden ist.
Im besten Falle ist es immer so, dass zu jedem Zweifel eine passende Gegenantwort parat ist, wieso man diese gerade harte Zeit durchhält.

Auch der Motivation im Vorfeld eines Projekts oder Rennens, kommt ein großer Teil des Erfolgs zu. Wie hoch darf ich meine Ziele setzten? How big is too big – was Träumen angeht?
Während einem euphorischen Lauf oder beim sinnieren, stelle ich mir gerne vor, als erster die Ziellinie zu durchlaufen und das Finisher Band zu zerreißen. Wenn ich eine Chance sehe ein Rennen zu gewinnen – und sei es nur an einem Sahnetag, wenn alle anderen ein Loch fahren – dann versuche ich einen Sieg auch zu visualisieren.
Doch oft überkommt mich dabei auch ein Gefühl von Überheblichkeit. Du bist nicht auf dem Level der anderen Läufer, bist nicht erfahren genug, du hast nicht hart genug trainiert. Ich verwerfe den Gedanken dann zu oft wieder und stehe mit einem zu defensiven Mindset am Start.
All dies entscheidet oft über Sahnetag oder Leiden pur. Wie seht Ihr das?
How big is too big? Wie überzeugt oder selbstsicher seid Ihr an der Startlinie?
Kann man überhaupt zu viel Optimismus mit an den Start nehmen?

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